Besuch in der Ananaya-Niketanam-Schule in Udupi

14. bis 15. März 2022

Eine unvergessliche Reise mit vielen unerwarteten Überraschungen.

Tag 1: Die Begrüßung

Begruessung

Als wir Ende Februar nach Indien flogen, wurden wir ganz herzlich von unserer Ananya Niketanam Schule eingeladen zu kommen und sie zu besuchen. Unser Flug ging morgens von Bengaluru los und 1 Stunde später kamen wir in Mangalore an der Westküste Indiens an. Dort wurden wir herzlichst von dem Sekretär der Schule Madhusudan Nayak mit Rosen begrüßt, woraufhin wir nach ca. 2 Stunden Autofahrt zu unserem Hotel in Kundapura gebracht wurden. Nach einem herzhaften Essen und etwas Ruhe fuhr uns Madhusudan Nayak zum Ananya Haus direkt am Meer, wo die Lehrer und Mitarbeiter wohnen. Alle Schüler und Mitarbeiter warteten auf uns und begrüßten uns feierlich auf rotem Teppich, mit selbstkomponierten Liedern und auch auf ganz traditionell indische Art. Der Schulleiter Mahendra Hedge begrüßte uns sehr herzlich. Die Herzlichkeit und Liebe von allen Seiten war eine überwältigende Erfahrung für uns, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten.

Nach einer kurzen Erfrischung und einem Willkommens-Gespräch, wurden wir dann mitgenommen, um das Land anzuschauen, das für den Bau des Campusgebäudes erworben worden war. Es ist ein sehr großes wunderschönes Gelände, das vom Strand aus ins Landesinnere geht. (siehe Bauplan)

Die Geschichte zu diesem Grundstück ist äußerst spannend: Es gibt dort sehr viele Schlangen. Das Grundstück gehörte einer Familie, die es verkaufen wollte, aber jedes Mal, wenn sich ein Käufer fand, wurde die Familie im Traum von den Schlangen gewarnt, dass der Verkauf großes Unheil über die Familie bringen würde. In Indien glaubt man, dass die Schlangen die Erde besitzen und man ihre Erlaubnis braucht, wenn man Land verkaufen oder etwas darauf bauen möchte.

So prophezeiten die Schlangen, dass dieses wunderschöne Gelände nur für jemanden vorgesehen sei, der darauf etwas bauen würde, um damit der Menschheit und der Gesellschaft selbstlos zu dienen. Nur an so jemanden dürfte das Gelände verkauft werden. Die Familie respektierte die Botschaft der Schlangen und erbaute daraufhin einen Schlangentempel auf dem Gelände. Seitdem werden die Schlangen dort verehrt und um Rat gefragt.

Als dann die Stiftung der Schule sich um dieses Grundstück bemüht hatte, gaben die Schlangen ihr Einverständnis und bestätigten, dass es genau dafür bestimmt war. So kam es zum Kauf dieses Grundstücks.

Wir besuchten diesen Schlangentempel. Um unsere Verehrung und unseren Respekt zu zeigen, umrundeten wir ihn dreimal – zusammen mit dem Leiter der Schule, der uns diese Geschichte erzählte. Man konnte wirklich spüren, dass hier eine ganz besondere Kraft wirkte.

Abendgebete – Nachdem wir wieder zum Ananya Haus zurückgefahren waren, verbrachten wir Zeit damit, mit ein paar Mitarbeitern und Lehrern zu kommunizieren, und wie es in Indien üblich ist, wurden uns köstliche Snacks serviert, die liebevoll zubereitet wurden. Diese Liebe und Fürsorge berührten unsere Herzen ein weiteres Mal. 

Danach gingen wir dann zum Abendgebet an den Strand. Es ist ein unglaublich schöner weißer Sandstrand, weit und breit niemand zu sehen, keine Touristen, keine Hotels, nur Sand, Meer, einige Felsen, viele Palmen und in der Ferne einige Fischerboote. Unsere Schüler, die schon ganz diszipliniert in geordneten Reihen im Sand saßen und auf uns warteten, sangen vedische Gesänge, gefolgt von Bhajans. Wir nahmen hinter den Schülern Platz. Als die Sonne langsam unterging, waren wir in eine absolut göttliche Atmosphäre getaucht. Es war ein schier überirdisches Erlebnis. Welches Glück haben doch die Schüler, die regelmäßig am Strand bei Sonnenuntergang meditieren und singen dürfen und ihren Blick zur Sonne gerichtet haben und in diese heilige Atmosphäre eintauchen können. Kein Klassenzimmer auf der Welt kommt dem gleich.

Kulturprogramm – Danach wurde ein Kulturprogramm im Palmengarten vor dem Strand organisiert. Nachdem wir ein großes Lagerfeuer angezündet hatten, führten die Schüler eine Reihe von kulturellen Tänzen auf. Alle Aktivitäten, ob es die traditionellen Tänze oder die Lieder waren, die Sanskrit-Reden, die Nachahmung von Tieren, waren es war sehr abwechslungsreich und wunderschön gestaltet. Selbst die Fischer der Umgebung kamen und führten einen traditionellen Fischertanz auf. Es war eine festliche, heitere Atmosphäre, die unsere Herzen tief berührt hat.

Abendessen – Wir wurden dann vom Schulleiter Mahendra Hegde und den Mitarbeitern zu einem bezaubernden Candle-Light-Dinner im Palmengarten eingeladen. Zuerst bekamen wir eine liebevoll gestaltete, gedruckte Menükarte, auf der die 22 Gänge standen, die uns erwarteten. Das zauberte uns allen ein überraschtes Lächeln ins Gesicht. Die besondere Aufmerksamkeit und Liebe, mit der uns das köstliche Essen von den Lehrern serviert wurde, soll ein unvergessliches Erlebnis bleiben.  Nach dem Abendessen waren wir von Freude und Dankbarkeit erfüllt und wurden dann wieder von Madhusudan, der von allen auf dem Campus liebevoll als „master organizer“ bezeichnet wird, zurück in unser Hotel gefahren. Das Lachen und die Freude der Schüler, die auch das Fest genossen hatten, war ansteckend. Alles war perfekt organisiert und lief reibungslos. Wir haben noch nie einen so liebevollen Empfang erfahren, es war wie im Traum.

Bildergalerie 1

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Tag 2: Campus-Besuch

Am nächsten Morgen kam Madhusudan und fuhr uns nach einem sehr guten indischen Frühstück im Hotel zum Campus, der einige Kilometer entfernt lag. Die Schule ist momentan noch ein Provisorium, solange, bis die eigentlichen Schulgebäude fertig gebaut sind. Es ist ein großes, gut angelegtes Kalyan Mantapa (eine Hochzeitshalle, die die Tempelverwaltung kostenlos zur Verfügung gestellt hat) und wir wurden wieder, liebevoll und respektvoll mit Rosen, vom Vorsitzenden und den Lehrern empfangen. Die Schüler hatten ruhig und diszipliniert in der Versammlungshalle auf uns gewartet. Als wir ihre süßen Gesichter sahen, spürten wir ihre Liebe und erwartungsvolle Vorfreude.

Das Programm – Bevor das Programm begann, wurden wir zum Sita Rama Tempel nebenan gebracht, um unsere Ehrerbietung zu erweisen. Auch hier umrundeten wir das Allerheiligste dreimal.  Mahendra Hegde hieß uns danach in der Versammlungshalle herzlich willkommen. Das Programm begann wieder mit vedischen Gesängen, gefolgt von einigen Bhajans.  Wir hatten die Gelegenheit, uns einige Vorträge der Studenten und auch der Lehrer anzuhören und wir waren sehr beeindruckt. Ein Schüler sprach sogar auf Sanskrit. Hier wurde spürbar, dass die Schüler auf der Basis der vedischen Tradition erzogen werden. Wir beide bekamen auch die Möglichkeit, zu den Studenten und Lehrern zu sprechen. Wir konnten unsere Dankbarkeit darüber ausdrücken, hier zu sein und ein Teil ihres Lebens sein zu dürfen. Wir haben auch zum Ausdruck gebracht, in welch glücklicher Lage sich die Schüler befinden, weil sie solch eine Werte-orientierte Erziehung durch vorbildliche Lehrer vermittelt bekommen.  Das wird ihnen helfen, später in ihrem Leben den richtigen Weg zu finden. Wir zeigten ihnen dann unsere Website https://www.prema-dhaara-verein.de und erklärten sie ihnen.

Später wurden uns einige Videopräsentationen über das jährliche Sportfest und die Aktivitäten der Schüler gezeigt. Die ansprechenden Videos, die von den Mitarbeitern sorgfältig zusammengestellt wurden, haben uns tiefere Einblicke in die enormen Anstrengungen gegeben, die von den Mitarbeitern unternommen wurden, um sicherzustellen, dass unsere Schüler ganzheitliches Lernen, sowohl akademisch als auch spirituell, erhalten.  Dort wurde für uns deutlich, dass jeder Schüler die Freude am Spielen über den Wettkampfgeist stellt.

Wir bekamen zusätzliche Geschenke vom Vorsitzenden Mahendra Hedge. Später durften wir auch unsere mitgebrachten Geschenke an alle Schüler und Mitarbeiter verteilen. Wir hatten am Tag vorher große Freude gehabt, all die Geschenke in goldenes Geschenkpapier zu packen, als kleines Zeichen unserer Liebe den Schülern und Lehrern gegenüber.  Wir erhielten auch noch ein traditionelles Geschenk vom Manager des Kalyana Mantapa und erfuhren, wie die Gemeinschaft rund um das Mantapa alles tut, um der Schule zu helfen. Am Ende durften wir uns die Schule mit den verschiedenen Räumen anschauen und auch mit den Kindern reden.

Die Interaktionen der Schüler – Mit großem Stolz zeigten uns die Schüler ihre Schlafsäle, Klassenzimmer, ihre Bibliothek, ihre wissenschaftlichen Geräte, Sportgeräte und andere Einrichtungen, Sie erzählten uns, dass sie leckeres Essen bekamen. Mehrere Schüler zeigten uns stolz ihre selbstgemalten Kunstwerke. Die Wohnbereiche waren sauber und von den Studenten selbst gut organisiert. Wir waren sehr beeindruckt von der Einfachheit und den kreativen Lösungen in der Schule. Die Kinder luden uns herzlich ein, wiederzukommen.  Mit erfüllten Herzen mussten wir uns dann leider von unseren Schülern und Lehrkräften verabschieden und fuhren zum Mittagessen wieder zum Ananya-Haus.

Treffen mit dem Vorsitzenden – Nach einem köstlichen Mittagessen mit Mahendra Hedge und einer kleinen Gruppe von Lehrern im Ananya-Haus hatten wir eine Diskussion über die weitere Entwicklung und die Bedürfnisse der Schule.

Nach einem herzlichen Abschied von allen fuhr uns Madhusudan wieder zu unserem Hotel. Nach dem Auschecken besuchten wir noch 2 wunderschöne alte Tempel ganz in der Nähe und machten uns dann auf den Weg nach Udupi, Richtung Flughafen. In Udupi fuhren wir noch zu einem berühmten Krishna Tempel, der ein großer Pilgerort ist, und danach machten wir uns auf den Weg zum Flughafen, um nachts zurück nach Bengaluru zu fliegen.

Essenz – Hier möchten wir die Essenz der gesamten Reise zusammenfassen:  

Uns wurde ein besonderer Platz gegeben.  Alles, was wir hier erfuhren – alle Begegnungen, alle Gespräche, alle Programme – war völlig von Liebe durchdrungen. Wir wurden einfach von Liebe getragen. Es ist dieses Zusammenkommen von Menschen, in diesem Geist der Liebe, das uns das Gefühl gibt, eine Familie zu sein.

Die Schüler machten einen gesunden und glücklichen, heiteren Eindruck auf uns.  Sie sind reine liebevolle Seelen und sehr talentiert.  Die Lehrer sind große Vorbilder und voll engagiert.

Wenn man sich vorstellt, dass diese Kinder aus den ärmsten Verhältnissen kommen und jetzt diese wunderbare Chance haben, diese Ketten der Armut sprengen zu dürfen, indem sie eine ausgezeichnete Ausbildung bekommen, dann erfüllt uns das einfach nur mit tiefer Dankbarkeit im Herzen.

Es ist uns auch deutlich geworden, welch wichtige Rolle dieses ganzheitliche Erziehungskonzept der Schule und der Partnerschulen spielt, in der Unterstützung des Transformationsprozesses der Gesellschaft.  An diesem Projekt kann sich jeder Mensch, der sich angesprochen fühlt, anschließen und es aktiv unterstützen. Diese Schulen sind wie die Blaupause eines neuen ganzheitlichen Erziehung – Konzepts für die ganze Welt.

Die Veränderung in der Welt kann nur durch diese Art von ganzheitlicher Erziehung entstehen, wo die Schüler nicht nur ihren eigenen Interessen folgen, sondern die natürliche Fähigkeit entwickeln, der Gesellschaft als Ganzes zu dienen.

Bildergalerie 2

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